Lesung | Sophie Kinsella: „Shopaholic & Family“

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Welche Frau kennt dieses Phänomen nicht? Mehr Geld für Schuhe, Taschen, Kleidung ausgeben zu wollen, als man eigentlich zur Verfügung hat. Über dieses Problem, das viele von uns gar nicht wirklich als Problem ansehen, schreibt Sophie Kinsella Bücher. Gestern ist der 8. Teil der „Shopaholic-Reihe“ rund um die quirlige Rebecca Bloomwood in Deutschland erschienen und ich war in der britischen Botschaft zur Lesung.

Für alle, die nicht wissen worum die „Shopaholic“-Reihe handelt:

Rebecca Bloomwood hat eine gefährliche Leidenschaft: Das Shoppen! Während sie als Finanzexpertin anderen Leuten hilft, ihr Geld zu behalten, gibt sie ihres mit vollen Händen aus und überzieht dabei gnadenlos ihre Konten. In den acht erschienenen Büchern geht es um die Abenteuer, die man als Frau so erlebt. Ob es nun um Männer, Jobs, Freundinnen, Kinder oder das Shoppen geht. Rebeccas Leben wird nie langweilig.

Im Goldmann Verlag erschienen bereits:

  • „Die Schnäppchenjägerin“
  • „Fast geschenkt“
  • „Hochzeit zu verschenken“
  • „Vom Umtausch ausgeschlossen“
  • „Prada, Pumps und Babypuder“
  • „Minishopaholic“
  • „Shopaholic in Hollywood“

und nun erschien: „Shopaholic & Family“in Deutschland

Becky steht vor ihrer größten Herausforderung: Sie will ihren Vater finden, der nach Las Vegas verschwunden ist und so ihre Fehler aus der Vergangenheit wiedergutmachen. Zunächst muss sie aber den Roadtrip nach Nevada überstehen, denn sie reist nicht allein: In einem Kleinbus kutschiert ihr Göttergatte Luke nicht nur sie und Minnie, sondern auch Beckys beste Freundin Suze – deren Mann zusammen mit Papa Bloomwood verschwunden ist –, ihre Erzfeindin Alicia, ihre Mutter und deren beste Freundin durch die Wüste. Der Beginn einer turbulenten Suchaktion, während derer Becky feststellt, dass es in Las Vegas nicht nur um ihr eigenes Glück geht …

 

IMG_4565Die Zuhörer der Lesung mussten nicht lange warten, da kam schon Sophie Kinsella in Begleitung des britischen Botschafters und Wolke Hegenbarths, die einige Teile des Buches auf deutsch lesen sollte. Es wurden schnell ein paar Fotos gemacht und schließlich hielt der Botschafter eine wirklich überraschend witzige Rede, in der er zugab, nicht ein einziges ihrer Bücher gelesen zu haben. Aber sobald sie über Männer, die in ihrer Midlifecrisis heimlich Gitarren kauften und versuchen das vor ihrer Ehefrau geheimzuhaltend, würde er jedes einzelne Buch davon lesen. Dann kam Sophia Kinsella zu Wort. „Ich freue mich sehr, bei euch zu sein“ las sie von einem Blatt Papier ab. „Das ist auch schon alles was ich auf deutsch kann,“ gab die sympathische Britin zu. Beinahe während der gesamten Lesung wird gelacht und Sophie Kinsella beweist, dass sie nicht nur beim schreiben ihrer Bücher Humor besitzt. Auf die Frage, ob sie noch immer aufgeregt sei, bei den Vorstellungen ihrer Bücher antwortete sie: „Natürlich bin ich noch immer aufgeregt! Die Leute sollen es ja genießen meine Bücher zu lesen. Dabei sind die Reaktionen des Publikums sehr wichtig. Bei der Lesung kann ich erkennen, ob es den Leuten gefällt. Während des Schreibens weiß ich ja nicht, ob andere das genauso witzig finden wie ich.“

Sowohl Wolke Hegenbarth, als auch Sophie Kinsella selbst haben eine wirklich einnehmende Art  die verschiedenen Textpassagen zu lesen. Man selbst wollte eigentlich gar nicht mehr, dass sie damit aufhörten. Von der Autorin vorgelesen zu bekommen war eine tolle Erfahrung, da man sich die Personen mit der Stimme vorstellen konnte, die Sophie Kinsella ihnen auch tatsächlich zugeschrieben hatte. Zwischendurch wurden immer wieder Fragen zum Buch und zur Idee dahinter gestellt. Auf die Frage, wer denn eigentlich ihre Lieblingsfigur sei, antwortete die Autorin, dass alle Figuren ihre Babys sind, die sie alle von Herzen liebt. Aber Becky ist trotzdem sowas wie ihre beste Freundin, mit der sie ja auch am meisten Zeit verbringt.

Sophie Kinsella lachte laut, als man ihr die Frage stellte, ob sie selbst ein Shopaholic sei und wenn ja, welche Schwachstelle sie habe. „Ich bin nur manchmal ein Shopaholic. Meine Schwachstellen wechseln allerdings immer. Mal brauche ich unbedingt Schuhe, dann doch eher Taschen oder auch Pflanzen.“

Bevor Sophie Kinsella aber ein Buch überhaupt anfängt, braucht sie viel Vorbereitungszeit. Sie muss raus aus dem Haus, in ein Café und einfach vor sich hinüberlegen, was die Struktur, den Plot und die Personen angeht. Manchmal vergehen Wochen oder Monate, bevor sie überhaupt den LapTop öffnet, denn nichts sei so erschreckend, wie eine leere Seite mit der Überschrift „Chapter One“.

IMG_4582Jetzt könnte man denken, Sophie Kinsella ist bestimmt ledig, wenn sie so viel Zeit hat sich stundenlang in ein Café zu setzten. Weit gefehlt. Die Britin hat zuhause fünf Kinder(!) die auf sie warten. Aber wie schafft sie es überhaupt Familie und Schreiben unter einen Hut zu bringen? Auf diese Frage antwortete sie ganz ehrlich: „Keine Ahnung.“ Für sie seien Familie und Arbeit nicht getrennt. Und wenn sie denn beim schreiben in ihrer eigenen Welt ist, kümmert sich ihr Ehemann Henry darum, dass alles läuft. Ohne ihn könnte sie das alles nicht schaffen. Rührend!

 

Für diejenigen, die es nicht wissen, es gibt zu dem ersten Teil „Die Schnäppchenjägerin“ einen gleichnamigen Film. Aber wir wissen ja alle wie das so ist mit Filmen zu Büchern. Meistens eher nicht so toll. Aber wie findet denn die Autorin den Film? „Es ist klar, dass einiges geändert wurde. Der Film ist eher eine Mischung aus dem ersten und dem zweiten Buch. Aber Film ist nunmal ein anderes Medium und muss andere Dinge bedienen. Mir war wichtig, dass sie Beckys Charme beibehalten und das haben sie getan. Und die Kleider…die waren so schön. Um die Wahrheit zu sagen, habe ich mich verdächtig oft bei den Kleidern rumgetrieben.“

Aber wie geht es denn jetzt weiter mit Rebecca Brandon, geborene Bloomwood? Ist der achte Teil nun das Ende? „Nein, es ist nur eine Pause. Ich habe mal wieder Lust für sich stehende Bücher zu schreiben. Die Freiheit zu genießen, sich nicht an vorangegangenen Personen und Handlungen beeinflussen zu lassen. Aber ich werde Becky nicht einfach vergessen können. Also werde ich vermutlich irgendwann weiter schreiben.“

Zum Schluss gab die Autorin noch fleissig Autogramme, ohne dabei das Lächeln zu vergessen. Eine wirklich humorvolle Lesung mit einer sehr sympathischen Britin. Jetzt muss ich wohl doch alle ihre Bücher lesen.

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